Café Paul in Leipzig 2000
Die Kunst ist ein Container, ein Frachtstück mit Metallgriffen an der Seite, damit man ihn im Raum bewegen und damit auch den Raum selbst verändern kann.
In Michael-Fischer-Art´s "Nachthafen" im Café Paul, das logistisch günstig an der wiedereröffneten Pleiße liegt, geht es zu wie in einem Comic-Depot mit 24-Stunden Betrieb, in dem ständig umgeräumt, frische Güter angelandet und andere auf die Reise geschickt werden. Neben den nach allen vier Seiten farbigen, über zwei Meter hohen Containern gibt es auch runde Bildformate, die, so stellt man es sich vor, von imaginären Hafenarbeitern schnell her- und auch wieder fortgerollt werden können. Die Beweglichkeit eines Umschlagplatzes mit ständigem Zu- und Abfluss einzelner Stücke - das ist auch das Prinzip der Nachthafenbilder selbst, die Film- und Nachrichtenbruchstücke, Öffentliches und Privates neu ordnet und zu einem Simultancomic neu zusammenfügt.
Für diese Verarbeitung und Verwertung von Bildern hat Michael Fischer-Art einen Begriff geprägt, der die kunstwissenschaftliche Etikettierung seinerseits ironisiert: "Ironischer Konzeptionalismus". Auf den Containern, runden und eckigen Formaten und einer spanischen Wand im hinteren Teil des Cafés sind die Figuren fraktionalisiert. Münder, Augen und Hände hängen nur noch locker zusammen - kompakt wirkt nur die Technik, die ungebremst durch die Comics düst - Flugzeug, U-Boot. rollende Kampfmaschine.
 
 
 
realisierte Projekte - Wetterleuchten im Nachthafen
 
   
 
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